Mächtig stolz ist Gertraud Fritz auf ihren Sohn, den 21-jährigen Roman Fritz aus Garching: Am 15.11.2009 wurde Roman Fritz, in Bialystok (Polen), Junioren-Weltmeister im Bodybuilding.Er setzte sich in der Klasse über 75 kg souverän durch.
Roman zu seinem Sieg: „Mein derzeitiges Gewicht beläuft sich auf 106 kg und ich bin wirklich in Top-Form. Bereits im Sommer stand ich nach einer Diät für die internationale Deutsche Meisterschaft wieder voll in der Offseason, und hatte bezüglich meiner Wettkampfplänen überlegt, ob es sinnvoller wäre entweder bei der Junioren WM zu starten oder eine etwas längere Pause einzulegen, um dann in der Männerklasse mitzumischen. Jetzt bin ich heilfroh, die richtige Entscheidung getroffen zu haben! Mein Dank geht an die Firma ALL STARS, die seit Februar 2009 mein Hauptsponsor ist und mich auf hervorragende Weise mit den qualitativ hochwertigsten Supplements unterstützt, die sich jeder ernsthafte Athlet nur wünschen kann.“
Das Profil und der Werdegang des Weltmeisters aus Sicht von Roman Fritz:
„Am 13.04.1988 erblickte ich in München das Licht der Welt. Mit drei Jahren besuchte ich zum ersten mal den evangelischen Kindergarten „Flohkiste“ in meiner Heimatstadt Garching. Dieser blieb meine tägliche Anlaufstelle, bis ich mit sechs Jahren in die Grundschule Garching-Ost eingeschult wurde. Nach vier Jahren wechselte ich auf das gegenüberliegende Werner-Heisenberg-Gymnasium. Von welchen ich jedoch nach drei Jahren in das im ganzen Chiemgau berüchtigte Landschulheim Schloss Ising überging.
Dort verbrachte ich die bisher tollsten sieben Jahre meines noch jungen Lebens. Nachdem ich nach 14 Jahren Schule endlich mein Abitur in der Tasche hatte, fing ich zu studieren an.“
Was mich dazu brachte, Bodybuilder werden zu wollen:
„Da muss ich etwas weiter ausholen. Mit etwa 13 Jahren war ich wie so viele andere ein rebellischer pubertärer Junge der auf nichts und niemanden hören wollte. Dementsprechend sahen auch meine schulischen Leistungen aus. Meiner alleinerziehende Mutter wuchs die Lage irgendwann über den Kopf und somit fasste sie den Entschluss mich auf ein Internat zu schicken. Nebenbei gesagt war ich zu dieser Zeit auch noch ziemlich fett.
Im Internat ging es dann schon anders zu. Es gab feste Lern- und Essens- und Freizeiten und gerade letztere trieften nur so vor Langeweile. Ich brauchte also eine Beschäftigung und da fing ich an auf dem schuleigenen Sportplatz stundenlang alleine Basketball zu spielen. Alle hielten mich für verrückt aber ich übte weiter meine Dribblings und Jumpshots. Ich wurde ziemlich gut darin und so konnte ich mir an den Wochenenden, welche ich immer zuhause verbrachte, ein gutes Extrataschengeld bei inoffiziell Veranstalteten Streetballtunieren dazuverdienen. Ein zweiter positiver Effekt war, dass ich erheblich an Gewicht verlor.
Davon angespornt fing ich zusätzlich mit dem Laufen an. Wieder hielten mich alle für verrückt, wenn sie mich nach einer weitern zwei Stunden langen Laufsession ankommen sahen. Was mir natürlich wieder egal war. Schließlich lief ich, mit damals 14 jahren, die 21 km in etwas unter 110 min was ich bei meiner zweiten Teilnahme am Münchner-Stadtlauf im Juni 2003 unter Beweis stellte. Mittlerweile wog ich bei einer Größe von 180 cm lediglich noch extrem drahtige 55 kg.
Ich musste also etwas unternehmen und so fing ich Im „Kraftraum“ des Internats an ein bisschen herumzupumpen. Wieder das gleiche Spiel: „Du bist doch verrückt! Warum quälst Du dich hier denn so? Aus nichts kann man doch nichts aufbauen!“ Nach ungefähr sechs Monaten hatte ich dann auf etwa 65 kg zugenommen. Die Weihnachtsferien standen vor der Tür und ich hatte mir das Buch „Joe Weider`s Bodybuilding System“ bestellt, welches bereits zuhause auf mich wartete. Ich verschlang es in einem Tag, hatte aber keine Möglichkeit zu trainieren, der Kraftraum war ja in der Schule und damit 100 km entfernt. Irgendwann fiel meiner Mutter dann ein, dass mein älterer Cousin Christian Biller (früher aktiver Bodybuilder) Trainer in einem Fitnessstudio ist. Ich rief ihn an, er nahm mich mit zum Training und innerhalb der nächsten neun Wochen wuchs mein Körpergewicht um weitere zehn Kilogramm an. Und so geht es seitdem dahin.“
Steckbrief:
Name: Roman Thore Fritz
Geb: 13.04.1988
Ort: München/ Schwabing
Wohnhaft: Garching bei München
Beruf: Student
Lieblingssportarten: Basketball, Strongmen
Mein Lebensmotto: “Suffer now and live the rest of your life as a champion” (Mohammed Ali)
Vorbilder: Lee Priest, Phil Heath, Markus Rühl
Aktiv: Seit Dez. 2003
Größe: 180 cm
Off-Season: 106 – 115 kg
Wettkampf: ca. 90 kg
Brustumfang: 120 cm
Oberarmumfang: 48 cm
Taillenumfang: 80 cm
Bestleistungen:
Bankdrücken: 140 kg x 6 Wdh.
Kniebeuge: 200 kg x 5 Wdh.
Kreuzheben: 200 kg x 5 Wdh.
Schrägbank KH Drücken 60 kg x 5 Wdh.
Frontkniebeugen: 140 kg x 8 Wdh.
Bisher größte Erfolge:
2006: Bayerische Meisterschaft Gesamtsieg
Deutsche Meisterschaft 5. Platz
2008: Int. Bayerische Meisterschaft Gesamtsieg
Int. Deutsche Meisterschaft Gesamtsieg
2009: Junioren und Masters Weltmeisterschaft Gesamtsieg
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